Ein Jakobsweg geht über Kornelimünster auch nach Niederforstbach und am Bierstrauch steht eine kleine, private Jakobus-Kapelle mit einem Gästebuch (und auch Stempel für den Pilgerausweis). Es erstaunt mich doch, wie viele den Weg bewusst als Jakobsweg gehen und wie viele auch von hier aus auf dem Weg nach Spanien sind.
Als ich im Sommer von "Lauris Spielplatz" an der Münsterstraße zurück gegangen bin, hat mich ein älterer Fahrradfahrer gefragt, wo denn die Pater von dem Kloster zu finden seien. An seinem schwer bepackten Fahrrad sah ich dann die Jakobsmuschel und als ich ihm Buen Camino wünschte, schaute er erst erschrocken hoch, weil ich scheinbar der erste war, der ihm seit dem Start in Hamburg dies gesagt hat.
Da der Jakobsweg wohl die günstigste Art ist, einen Urlaub im Süden zu verbringen, habe ich mich dazu entschlossen, 2017 den Camino Primitivo abzugehen.
Primitivo steht in dem Fall keinesfalls für primitiv, einfach, billig usw., sondern bedeutet eher "ursprünglich". Es handelt sich bei dem Camino wohl um einen sehr alten, wenn nicht den ältesten Weg. Er verbindet den Camino del Norte (Küstenweg) mit dem bekannten Hauptweg, den Camino Frances. Er führt von Oviedo Richtung Santiago und ist versteckt im kantabrischen Gebirge zwischen Asturien und Galicien.
Die Länge von ca. 350km bis Santiago (einige Alternativen sind 50km länger) ist nicht wirklich beeindruckend, doch dieser Weg gilt als sehr anspruchsvoll, da viele, viele Höhenmeter erklommen werden müssen.
Route 2.252.950 - powered by www.wandermap.net
Der Camino Frances, den ich 2015 gegangen bin, ist eigentlich ein recht "neuer" Weg. Deutlich älter ist der Camino del Norte, welcher auch deutlich länger und beschwerlicher ist. Jedoch waren lange Zeit die Mauren in den Gebieten aktiv, durch die der Frances führt. Erst der "Maurentöter" Jakob hat Nordspanien wieder in christliche Hand gebracht, so dass der leichtere und kürzere Frances zum Hauptweg wurde.
Der Primitivo ist eher ein Geheimweg, der zwischen den Wegen führt. Ein Zubringerweg ist der Camino San Salvador, der von Leon nach Oviedo führt und auch sehr anspruchsvoll sein soll.
Die Bilder im Internet versprechen Großartiges und auch die Berichte der Pilger, die ich getroffen habe und die diesen Weg gegangen sind, bezeichneten den Primitivo mit Abstand als den schönsten Weg. Ich bin sehr gespannt.
Schon der Teil des Camino Frances, der von Kastillien nach Galicien übers Gebirge führte (der Abschnitt mit dem Cruz de Ferro und O Cebreiro) fand ich landschaftlich ein Highlight des Weges, welches aber nach 3 Tagen überschritten war.
Anfang Mai geht es los und in drei Wochen wollte ich wieder in Finisterre ankommen. Die Flüge nach Santander und zurück über Porto sind gebucht.
Die Ausrüstung ist größtenteils vorhanden, aber neue Wanderstöcke und auch neue Schuhe sind fällig. Die Schuhe vom Frances sind zu stark verschlissen, als dass man damit durch ein Gebirge gehen kann und die Halbschuhe von Hanwag, die ich beim Portugues getragen habe, werde ich nicht nehmen, da sie einfach was eng sind. Na toll, Schuhe kaufen mag ich ja so sehr und dann noch hunderte Kilometer einlaufen.
Wahrscheinlich muss ich auch noch wärmere Unterwäsche besorgen, denn im nordspanischem Gebirge kann es im Mai noch fies kalt werden.
Leider sind es noch über 4 Monate, aber die Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude :)


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