Dienstag, 9. Mai 2017

Tag 3: Oviedo - Grado... Die erste Etappe

Heute ging es endlich los. Nachdem meine Zimmergenossen sich als Langschläfer entpuppten, habe ich halt um 7:00 Uhr alles gepackt und bin um 7:30 Uhr losmarschiert.
Direkt hatte mich ein alter Spanier, der sich auf dem 10. Camino befindet, gekrallt und mich vollgetextet. 

Senior Labertasche


Etwas zum Primitivo...
Es heißt, dass auf diesem Weg der erste Pilger unterwegs war. Irgendwann um 814 wurden die Überreste von Jakobus dem Allerältesten in Santiago gefunden. Der König von Asturien - damals noch ein stolzes Land - entschied sich dazu, direkt die Knochen zu bestaunen. Er ging dann dem Weg, auf dem ich unterwegs bin. Der Weg ist über 1300 Jahre alt und leider entdecken immer mehr die Schönheit des Weges, wie ich es heute schon sehen durfte. Richtig gut soll es laut den Spaniern erst ab übermorgen werden, wenn es auf 1000m geht.
Ik freu mir

Egal... Er kannte einen schnellen und vor allem schöneren Weg aus der Stadt. Es waren doch recht viele Rucksäcke unterwegs, der Spanier meinte 40 Pilger wären gestartet. Woher er die Zahl hatte, vermutlich Weisheit?!?. Allerdings waren in Oviedo auch Welche, die weiter auf dem del Norte wollten, wie zum Beispiel die Spanier vom Vorabend.

Der Weg wurde sehr schnell schon richtig schön... Ich fühlte mich richtig wohl. Das Wetter stimmt auch: 21 Grad, etwas bewölkt... Gut zum Wandern. Die Etappe heute ist ca 27 km lang, eine gute Länge für den Anfang. Auch sind noch keine großen Berge drin. 

















Schnell wurde die Gruppe was größer. Es stießen 2 Holländer (Vater und Tochter) eine weitere Deutsche und eine Australierin dazu.
Die Tochter hat den Camino schon mal von Eindhoven gemacht, die Australierin... schon was älter... ist von Lourdes gestartet.
Bei der ersten Rast kamen wieder neue Leute dazu, so dass sich schnell eine nette Truppe gebildet hat.
Den Weg bin ich aber trotzdem größtenteils alleine gegangen, aber an den Bars wurde immer zusammen getrunken.

Jetzt ist die Truppe auch in der netten Herberge.
Mit duschen und Wäsche waschen bin ich auch durch, so dass endlich der angenehme Teil kommt.

Die öffentliche Herberge ist wirklich sehr empfehlenswert. Zwei nette Frauen kümmern sich rührend um die Gäste.
Da habe ich mir einen leckeren Campo Viejo für 3,60 EUR aus dem örtlichen Supermarkt geholt (in Deutschland kostet der ca. 10 EUR) mit etwas Serrano und Brot, da wird mir direkt ein Teelicht angemacht, weil es dann besser schmeckt... Ja!
Die Übernachtung kostet.... NIX!!!
Man gibt lediglich eine Spende und Frühstück ist auch drin. In solchen Fällen ist es selbstverständlich, dass man 10 Euro ins Schweinerl steckt, aber ich sehe doch einige, die gerade mal ihr Rotgeld entsorgen. Vermutlich fahren die zu Hause einen SUV.

Der Abend war sehr entspannt: Ich habe mir im Supermarkt noch Serranoschinken, Brot und ne Pulle Wein geholt, die ich mit der Australierin in der Herberge zusammen leer getrunken habe... Ok... Die Australierin hat nur den Bodensatz bekommen.
Anschließend wurde zusammen gegessen und wieder Wein getrunken.
Um 21:10 Uhr waren dann alle... Wirklich alle im Bett, außer mir. Mit den beiden Hospitaleros (Frauen) habe ich noch den Frühstückstisch vorbereitet und den Rest Wein verdampfen lassen. Was sind das für liebe Menschen




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